Österreich startet mit 3:1 gegen Jordanien in die WM 2026
Nach 28 Jahren des Wartens hat Österreich sein erstes Spiel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen. Das Team von Ralf Rangnick setzte sich in seinem Auftaktspiel der WM 2026 mit 3:1 gegen Jordanien durch und legte damit den Grundstein für den Traum vom Achtelfinale.
Doch das Ergebnis erzählt nur einen Teil der Geschichte.
Vor allem in der ersten Halbzeit wirkte Österreich phasenweise nervös, unpräzise und weit entfernt von jener Dominanz, die viele Fans nach den starken Auftritten der vergangenen Jahre erwartet hatten.
Am Ende zählte dennoch nur eines:
Drei Punkte. WM-Sieg. Historischer Start.
Die Last von 28 Jahren war spürbar
Seit der WM 1998 hatte Österreich auf diesen Moment gewartet.
Eine ganze Fußballgeneration war vergangen. Zahlreiche Qualifikationen wurden verpasst, mehrere Teamchefs kamen und gingen, doch nun stand Österreich endlich wieder auf der größten Bühne des Weltfußballs.
Vielleicht erklärte genau dieser historische Moment auch die Nervosität in den ersten 45 Minuten.
Jordanien präsentierte sich mutig, aggressiv und taktisch diszipliniert. Österreich hatte zwar mehr Ballbesitz, fand jedoch lange kaum Lösungen im letzten Drittel.
Viele Angriffe endeten bereits vor dem Strafraum. Das Pressing funktionierte nur phasenweise, während Jordanien immer wieder gefährliche Umschaltmomente kreierte.
Romano Schmid erlöst Österreich
In der 20. Minute fiel schließlich jener Treffer, der Österreich etwas Sicherheit geben sollte.
Romano Schmid nutzte eine der wenigen klaren Chancen der ersten Hälfte und brachte Rot-Weiß-Rot mit 1:0 in Führung.
Doch die Führung änderte wenig am Charakter des Spiels.
Jordanien blieb unangenehm, zweikampfstark und gefährlich. Die Mannschaft aus dem Nahen Osten zeigte eindrucksvoll, warum sie sich erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte.
Österreich ging zwar mit einer Führung in die Kabine, wirkte aber keineswegs souverän. Österreich fand offensiv kaum Lösungen und tat sich schwer, gefährliche Abschlüsse zu kreieren. Jordanien verteidigte äußerst kompakt, ließ in der ersten Halbzeit lediglich vier österreichische Torschüsse zu und sorgte selbst immer wieder für Unruhe vor dem Tor von Alexander Schlager. Den Gastgebern fehlte dabei oft nur die letzte Präzision
Der Ausgleich bringt Österreich ins Wanken: Jordanien schreibt Geschichte
Ralf Rangnick reagierte auf den durchwachsenen Auftritt seiner Mannschaft und brachte zur Halbzeit Rekordtorschütze Marko Arnautović für Sasa Kalajdzic. Der Mittelstürmer hatte zwar viel gearbeitet, blieb aber weitgehend ohne nennenswerte Offensivaktionen.
Doch auch mit Arnautović fehlte Österreich zunächst die nötige Durchschlagskraft. Stattdessen schrieb Jordanien ein Stück Fußballgeschichte: Nach einem Ballverlust im österreichischen Mittelfeld schalteten die Gastgeber blitzschnell um. Über die linke Seite gelangte der Ball zu Ali Olwan, der vom Strafraumeck aus sehenswert abzog und den Ball über den Innenpfosten ins lange Eck setzte. Es war das erste Tor Jordaniens bei einer Fußball-Weltmeisterschaft.
Der Ausgleich wirkte jedoch nicht wie ein Weckruf für Österreich. Die Rangnick-Elf blieb über weite Strecken ideenlos und fand kaum Wege durch die gut organisierte jordanische Defensive.
Erst nach rund einer Stunde brachte ein Dreifachwechsel neue Impulse. Unter anderem verließen Kapitän David Alaba und Mittelfeldchef Xaver Schlager das Feld. Kurz darauf gelang Österreich erstmals wieder ein strukturierter Angriff über die linke Seite. Stefan Posch kam nach einer Flanke zum Abschluss, setzte den Ball jedoch deutlich über das Tor.
Wenig später schien Österreich die erneute Führung gelungen zu sein. Nach einer Ecke traf Arnautović im Strafraumgewühl zum vermeintlichen 2:1. Der Jubel währte allerdings nur kurz. Schiedsrichter Dahane Beida nahm den Treffer nach einem Handspiel von Posch im Vorfeld zurück.
Das Eigentor verändert die Partie
In der 76. Minute kippte das Spiel endgültig zugunsten Österreichs.
Nach einer scharfen Hereingabe lenkte Yazan Al Arab den Ball unglücklich ins eigene Tor.
Das 2:1 wirkte wie eine Befreiung.
Jordanien musste nun öffnen, Österreich bekam mehr Räume und konnte seine individuelle Qualität besser ausspielen.
Arnautović macht alles klar
Als Jordanien in der Nachspielzeit alles nach vorne warf, schlug Österreich noch einmal zu.
Marko Arnautović sorgte in der 102. Minute für das 3:1 und beendete endgültig alle Hoffnungen der Jordanier.
Der Routinier zeigte einmal mehr, warum er auch mit seiner Erfahrung noch immer eine Schlüsselfigur für das Nationalteam ist.
Mit dem Schlusspfiff war die Erleichterung im gesamten österreichischen Lager spürbar.
Kein Glanzauftritt – aber ein enorm wichtiger Sieg
Dieses Spiel wird nicht als fußballerisches Meisterwerk in Erinnerung bleiben.
Österreich hatte vor allem in der ersten Halbzeit Probleme:
- wenig Tempo im Ballbesitz
- zu viele einfache Ballverluste
- Schwierigkeiten gegen Jordaniens Umschaltspiel
- überraschend wenige klare Torchancen
Gleichzeitig zeigte die Mannschaft wichtige Tugenden:
- Geduld
- Widerstandsfähigkeit
- Mentalität
- Effizienz in den entscheidenden Momenten
Genau diese Eigenschaften entscheiden häufig über Erfolg oder Misserfolg bei Weltmeisterschaften.
Jetzt wartet die große Herausforderung: Argentinien
Der Sieg gegen Jordanien verschafft Österreich eine hervorragende Ausgangslage.
Doch nun folgt die vermutlich schwerste Aufgabe der gesamten Gruppenphase.
Österreich – Argentinien
Argentinien gewann sein Auftaktspiel gegen Algerien souverän mit 3:0 und präsentierte sich als einer der großen Turnierfavoriten.
Für Österreich könnte bereits ein Unentschieden Gold wert sein.
Die Mannschaft wird defensiv deutlich stabiler auftreten müssen als gegen Jordanien.
Besonders im Mittelfeld und bei Ballverlusten wird Argentinien jede Nachlässigkeit bestrafen.
Showdown gegen Algerien möglich
Das dritte Gruppenspiel könnte schließlich zum entscheidenden Duell um das Achtelfinale werden.
Österreich – Algerien
Algerien verfügt über enorme individuelle Qualität und gilt als unangenehmer Gegner.
Sollte Österreich gegen Argentinien zumindest einen Punkt holen, könnte bereits ein Remis gegen Algerien zum Weiterkommen reichen.
Bei einer Niederlage gegen Argentinien würde das Algerien-Spiel dagegen wahrscheinlich zum direkten Endspiel um Platz zwei.
Der Traum lebt
Der erste Schritt ist geschafft.
Nach 28 Jahren hat Österreich wieder ein WM-Spiel gewonnen.
Nicht spektakulär.
Nicht dominant.
Nicht fehlerfrei.
Aber erfolgreich.
Und genau das zählt bei einer Weltmeisterschaft.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob dieser Auftaktsieg der Beginn eines besonderen österreichischen Fußballmärchens sein kann.
Fest steht bereits jetzt:
Österreich ist zurück auf der WM-Bühne.




