Arbeitssieg statt WM-Gala
Österreich hat die Weltmeisterschaft mit einem 3:1-Erfolg gegen Jordanien eröffnet. Das Ergebnis klingt deutlich, der Spielverlauf war es nicht. Über weite Strecken hatte die Mannschaft von Ralf Rangnick Probleme mit dem Tempo, der Aggressivität und den Umschaltmomenten der Jordanier. Erst nach den Wechseln und mit zunehmender Spieldauer gewann Österreich die Kontrolle zurück.
Alexander Schlager (Note 2)
Der Salzburger war einer der wichtigsten Österreicher auf dem Platz. Bereits in der Anfangsphase musste er mehrfach eingreifen und verhinderte mit starken Paraden einen frühen Rückstand. Beim Gegentor von Ali Olwan war er machtlos. Besonders auffällig war sein mutiges Mitspielen außerhalb des Strafraums. Ohne Schlager hätte Österreich zur Pause durchaus zurückliegen können.
Stefan Posch (Note 3)
Ein wechselhaftes Spiel. Defensiv meist solide, offensiv mit einigen guten Vorstößen. Gleichzeitig war Posch bei mehreren jordanischen Gegenstößen zu weit aufgerückt. Das aberkannte Arnautović-Tor ging auf sein Handspiel zurück. Posch kämpfte, hatte aber nicht seinen stärksten Tag.
Philipp Lienhart (Note 3)
Lange Zeit wirkte Lienhart nicht völlig sattelfest. Jordanien kam immer wieder in seinen Raum. Beim Ausgleich fehlte die letzte Konsequenz im Zweikampf. In der Schlussphase stabilisierte er sich und gewann wichtige Duelle.
David Alaba (Note 3)
Alaba brachte Ruhe und Erfahrung ins Spiel, konnte die österreichische Defensive jedoch nicht so organisieren, wie man es von einem Weltklassespieler erwartet. Jordanien fand immer wieder Räume zwischen den Linien. Nach seiner Auswechslung wurde Österreich defensiv nicht schwächer.
Philipp Mwene (Note 4)
Der schwierigste Vormittag aller österreichischen Feldspieler. Gegen Al-Taamari hatte Mwene große Probleme. Mehrfach wurde er überspielt oder nach hinten gedrängt. Nach vorne war er bemüht, die Flanken fanden jedoch selten einen Abnehmer.
Nicolas Seiwald (Note 3)
Normalerweise einer der verlässlichsten Spieler im österreichischen System. Gegen Jordanien fehlte ihm jedoch etwas von seiner gewohnten Dynamik. Er gewann zwar wichtige Bälle, leistete sich aber ungewöhnlich viele Ungenauigkeiten.
Xaver Schlager (Note 4)
Für die hohen Erwartungen blieb zu wenig übrig. Schlager lief enorm viel, fand aber kaum kreative Lösungen. Der Ballverlust vor dem 1:1 war ein Schlüsselmoment der Partie. Seine Auswechslung brachte dem österreichischen Spiel letztlich mehr Struktur.
Romano Schmid (Note 1)
Der Mann des Spiels bis zu seiner Auswechslung. Sein Führungstreffer war technisch herausragend und gab Österreich überhaupt erst die notwendige Sicherheit. Darüber hinaus war Schmid einer der wenigen Spieler, die regelmäßig für Überraschungsmomente sorgten. Laufstark, mutig und torgefährlich.
Konrad Laimer (Note 3)
Laimer arbeitete enorm viel und lief zahlreiche Wege für die Mannschaft. Auf der Zehnerposition fehlte ihm jedoch die Kreativität. Erst nach seinen Positionswechseln wirkte er besser eingebunden.
Marcel Sabitzer (Note 2)
Sabitzer gehörte zu den aktivsten Österreichern. Viele Standardsituationen kamen gefährlich in den Strafraum. Der Eckball vor dem Eigentor brachte letztlich die Vorentscheidung. Auch gegen den Ball arbeitete er vorbildlich.
Sasa Kalajdzic (Note 4)
Kalajdzic hing völlig in der Luft. Österreich schaffte es kaum, ihn in gefährliche Positionen zu bringen. Gleichzeitig fehlte ihm die Dynamik, um sich selbst Chancen zu erarbeiten. Die Auswechslung zur Pause war nachvollziehbar.
Marko Arnautović (Note 1)
Der Wendepunkt des Spiels. Mit seiner Einwechslung bekam Österreich plötzlich Präsenz, Emotion und Torgefahr. Er war am Eigentor maßgeblich beteiligt, traf selbst zum 3:1 und beschäftigte die jordanische Defensive permanent. Arnautović veränderte das Spiel.
Kevin Danso (Note 3)
Brachte körperliche Präsenz und Stabilität. Allerdings leistete er sich auch einen unnötigen Ballverlust in einer kritischen Phase. Insgesamt dennoch eine solide Leistung.
Paul Wanner (Note 2)
Der junge Spielmacher brachte sofort Kreativität ins österreichische Spiel. Mit ihm wurden die Angriffe variabler und unberechenbarer. Gegen Argentinien könnte er ein Kandidat für die Startelf sein.
Carney Chukwuemeka (Note 3)
Mit einigen guten Aktionen und viel Dynamik. Ihm fehlte lediglich die letzte Präzision im Abschluss und im letzten Pass.
Patrick Wimmer (ohne Bewertung)
Zu kurz eingesetzt.
topsites.at Fazit
Österreich gewann verdient, aber keineswegs souverän. Die Partie zeigte deutlich, dass gegen Argentinien eine Leistungssteigerung notwendig sein wird.
Die größten Gewinner des Auftaktspiels waren:
🥇 Romano Schmid
🥈 Marko Arnautović
🥉 Alexander Schlager
Die größten Fragezeichen bleiben:
❓ Die Konterabsicherung
❓ Die Abstimmung in der Viererkette
❓ Die Rolle von Kalajdzic gegen spielstarke Gegner
Gegen Jordanien reichte die individuelle Qualität. Gegen Argentinien wird Österreich deutlich kompakter, mutiger und präziser auftreten müssen.
Für das Achtelfinale bleibt der Sieg dennoch Gold wert. Drei Punkte bei einer Weltmeisterschaft sind oft wichtiger als ein perfekter Auftritt.




