E-Bike statt Porsche: Warum ich mit 55 nur noch elektrisch fahre

(ca. 1500 Wörter)

Die Wahrheit ist: Niemand verkauft seinen Porsche einfach so. Schon gar nicht mit 55. Für viele ist der Sportwagen der ultimative Beweis dafür, dass man es „geschafft“ hat. Leistung, Status, Freiheit.
Und ja – auch bei mir war es so.

Ich hatte alles, was man sich als Midlife-Mann klassisch zurechtlegt: gutes Einkommen, Haus im Grünen, ordentliche Fitness, ein 911er als Wochenendspielzeug und ein Firmenwagen für den Alltag.
Von außen betrachtet war ich der Inbegriff eines Mannes, der seine besten Jahre hinter sich und seine ruhigeren Jahre vor sich hat.

Aber dann kam ein Moment, der alles veränderte – ein Moment, der mich zuerst wütend gemacht hat, dann nachdenklich und schließlich komplett neu ausgerichtet hat.

Es war ein Dienstag, 7:30 Uhr.
Ich war auf dem Weg ins Büro, stand im Stau, der Motor brummte, meine Laune war im Keller, und plötzlich raste neben mir ein Mann auf einem E-Bike den ganzen stockenden Verkehr entlang. Mühelos. Ohne Stress. Ohne Hektik. Vor allem aber: mit einem breiten, kindlich-frechen Grinsen – als würde er über der Realität schweben.

Ich saß eingezwängt zwischen SUVs, LKWs und Pendlern, wischte über mein Smartphone, checkte Mails und dachte:
„Wer hat jetzt eigentlich das bessere Leben?“

Dieser Augenblick ging nicht mehr weg.
Und so begann eine Veränderung, die ich nie geplant, aber bis heute nicht bereut habe.


1. Der Moment der Wahrheit: Mein Porsche stand mehr, als er fuhr

Wenn man etwas wirklich liebt, will man es nutzen.
Aber irgendwann wurde mir bewusst:

  • Mein Porsche fuhr im Jahr vielleicht 3.000 km.
  • Ich verbrachte mehr Zeit im Stau als im Sportmodus.
  • Die Versicherung kostete ein kleines Vermögen.
  • Der Wagen war Prestige – aber kein Lebensgefühl mehr.

Das Auto hatte sich in einen „Besitz“ verwandelt, nicht mehr in eine „Erfahrung“.
Ich bewahrte es auf wie ein Museumsstück.
Und etwas, das man nicht lebt, verliert irgendwann seinen Sinn.

Es war, als hätte ich mir ein teures Hobby gekauft und dann vergessen, es auszuüben.


2. Das erste E-Bike – und warum ich nach 10 Minuten wusste: „Das ist es“

Ich wollte mir „nur mal anschauen“, was es am Markt gibt.
Probefahrt: 20 Minuten.

Nach 10 Minuten dachte ich nur:

„Verdammt, das macht Spaß.“

Nicht „für mein Alter“.
Nicht „für die Fitness“.
Nicht „für Umweltbewusstsein“.
Sondern einfach: Spaß.
Reiner, kindlicher, unmittelbarer Spaß.

Ich bekam den Porsche-Moment zurück – auf zwei Rädern.

Dieses Gefühl, wenn man beim Beschleunigen nicht nach hinten gedrückt wird, sondern nach vorne gezogen.
Dieses Gefühl, Teil der Umgebung zu sein und nicht darin eingesperrt.
Dieses Gefühl, wieder zu spüren, dass man lebt, statt nur irgendwo anzukommen.


3. Die Freiheit, die ich nie im Auto gefunden habe

Ein E-Bike öffnet eine völlig andere Welt – besonders mit 55.

Freiheit Nr. 1: Keine Staus mehr

Ich brauche für meinen 12-km-Weg ins Büro:

  • Mit Auto: 28–45 Minuten
  • Mit E-Bike: 21 Minuten – immer.

Ich bin planbar, stressfrei und unabhängig.

Freiheit Nr. 2: Keine Parkplatzhölle

Ich halte vor dem Büro. Punkt.
Keine 5-Minuten-Kreise mehr.

Freiheit Nr. 3: Kein „Ankommen im Ärger“

Wo ich früher mit Puls 100 ins Meeting kam, stehe ich heute entspannt in der Tür.
Das verändert Arbeitsbeziehungen mehr als man glaubt.


4. Der Gesundheitskick, den mir kein Fitnessstudio geben konnte

Ich war nie unsportlich.
Aber E-Bike-Fahren ist nicht Radfahren „für Faule“ – es ist der perfekte Mix:

  • Puls steigt leicht
  • Gelenke werden geschont
  • Bewegung ist effizient
  • Endorphine setzen sofort ein

Nach sechs Monaten:

  • 4 kg weniger
  • bessere Ausdauer
  • bessere Laune
  • deutlich weniger Verspannungen
  • und: ein jungeres Körpergefühl

Ich sage es offen:
Mit 55 fühlt sich das E-Bike an wie eine Zeitmaschine.


5. Der finanzielle Reality-Check: Porsche vs. E-Bike

Viele Männer trauen sich das nicht laut zu sagen:
Ein Porsche ist teuer – und zwar jeden Monat.

Hier meine echte Gegenüberstellung:

PostenPorsche p.a.E-Bike p.a.
Versicherung1.800 €0 €
Service1.000–2.000 €80 €
Reifen900 €0 €
Wertverlust4.000–7.000 €~400 €
Benzin1.200–2.400 €20 € (Strom)

Ersparnis pro Jahr: 7.500–11.000 €

Ich sage es wie es ist:
Ich habe jetzt mehr Geld für Reisen, Essen, Erlebnisse – und ja, auch für Bier.


6. Die unerwartete Nebenwirkung: Man wird interessanter

Etwas, das ich nicht erwartet habe:
Frauen und Männer sprechen mich seit dem E-Bike deutlich häufiger an.

Sätze wie:

  • „Oh wow, cooles Bike!“
  • „Du siehst richtig fit aus, machst du viel Sport?“
  • „Krasses Teil, darf ich mal testen?“

Autofahren signalisiert Status.
E-Bike-Fahren signalisiert Lebensfreude.

Und Lebensfreude ist im Midlife plötzlich das attraktivste Merkmal, das man besitzen kann.


7. Warum es für die meisten Männer 45–65 DIE sinnvollste Entscheidung ist

Nicht, weil es „nachhaltig“ ist.
Nicht, weil es „gesund“ ist.
Nicht, weil es „vernünftig“ ist.

Sondern weil es etwas zurückgibt, das wir Männer oft verlieren:

Leichtigkeit.

Wir tragen Verantwortung: Familie, Karriere, Alltag, Verpflichtungen.
Ein E-Bike ist der Gegenpol – ein Ausgleich.
Es ist Freiheit in einer Welt voller Termine.


8. Der wichtigste Satz, den ich jedem Mann ab 55 sage

„Du kaufst kein E-Bike. Du kaufst dir dein Leben zurück.“

Und ich meine das nicht pathetisch.
Sondern ganz praktisch:

  • mehr Freiheit
  • mehr Bewegung
  • weniger Stress
  • weniger Kosten
  • mehr Lebensfreude

Ein Porsche ist großartig – keine Frage.
Aber ein E-Bike ist ein Upgrade für den Alltag.

Nicht für den Lifestyle von außen,
sondern für den inneren.

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