Banken Österreich: Finanzdienstleistungen

  Raiffeisen Bank International AG
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Staat OsterreichÖsterreich Österreich
Sitz Am Stadtpark 9, Wien 3
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000606306
Bankleitzahl 31000[1]
BIC RZBAATWWXXX[1]
Gründung 2010
Website www.rbinternational.com
Geschäftsdaten 2018[2]
Bilanzsumme 140,1 Mrd. Euro
Mitarbeiter 47.079
Geschäftsstellen 2.159
Leitung

Unternehmensleitung

Johann Strobl

Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) ist die zweitgrößte österreichische Bank. Ihre Aktien notieren an der Wiener Börse. Knapp 59 % der Geschäftsanteile werden von den Raiffeisenlandesbanken gehalten, der Rest befindet sich im Streubesitz. Im Ranking der Top 1000 World Banks der Financial Times-Publikation "The Banker" vom Juli 2018 liegt die RBI nach Kapitalstärke auf Platz 125 und nach Bilanzsumme auf Platz 129.

Geschichte

Die RBI entstand ursprünglich durch die Fusion der Kundengeschäftsfelder der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) mit der Raiffeisen International Bank Holding AG. Die Fusion wurde am 11. Oktober 2010 mit der Firmenbucheintragung wirksam. Die RZB blieb unverändert das Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich und die Konzernzentrale der RZB-Gruppe.

Mit einer Kapitalerhöhung an der Wiener Börse stockte die RBI im Jänner 2014 ihr Eigenkapital um 2,78 Milliarden Euro auf. Der Anteil der RZB an der RBI sank dabei von 78,5 auf 60,7 Prozent. Im Gegenzug stieg der Streubesitz von 21,5 auf 39,3 Prozent. Die Stärkung der Kapitalbasis sollte die Bank auf die strengen Kapitalvorschriften nach Basel III vorbereiten.[3] Die 2009 aufgenommenen 1,75 Milliarden Euro an staatlichem Partizipationskapital wurden am 6. Juni 2014 zurückgezahlt.[4]

2016 beschloss die RBI ein Transformationsprogramm zur Erhöhung ihres Kapitalpuffers, das zu einer Verbesserung der harten Kernkapitalquote (CET1 Ratio, fully loaded) auf 12 Prozent bis Ende 2017 führen sollte. Die geplanten Schritte sahen unter anderem den Verkauf der Banken in Polen und Slowenien sowie den Rückzug aus den USA und Asien vor. Neben der Kapitalstärkung sollte die Komplexität der Bank reduziert und ihr Risikoprofil verbessert werden.[5] Die Tochterbank in Slowenien wurde Mitte 2016 verkauft. Der Verkauf der Raiffeisen Polbank kam letztendlich im Dezember 2016 nicht zustande. Mit einer CET1 Ratio (fully loaded) von 13,6 Prozent erreichte die RBI dennoch bereits zum Jahresende 2016 – und somit ein Jahr vor Ablauf der selbst gesetzten Frist – ihr Kapitalziel.[6]

Im Jahr 2016 wurde weiters beschlossen, RZB und RBI zu verschmelzen. Die formelle Zustimmung erfolgte in der außerordentlichen Hauptversammlung am 24. Jänner 2017 (RZB: 23. Jänner 2017).[7] Mit dem Firmenbucheintrag am 18. März 2017 wurde die Verschmelzung rechtlich abgeschlossen. Die RBI übernahm dabei als Gesamtrechtsnachfolgerin zur Gänze die Rechte, Pflichten und Aufgaben der übertragenden Gesellschaft RZB.

Tätigkeit

Die RBI ist in Österreich als Kommerz- und Investmentbank, in Zentral- und Osteuropa (CEE) als Universalbank tätig. Die Tochterbanken in CEE bieten ihren Kunden Dienstleistungen im Corporate-, Investment- und Retail-Banking an. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden sind Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetriebe.

Die RBI betrachtet Österreich und CEE als ihren Heimmarkt. 13 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst die Gruppe zahlreiche andere Finanzdienstleistungsunternehmen beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung und Mergers and Acquisitions. Insgesamt betreuen rund 47.000 Mitarbeiter in mehr als 2.100 Geschäftsstellen 16,3 Millionen Kunden, der überwiegende Teil davon in Zentral- und Osteuropa (Stand: Mai 2019).

Am 10. April 2018 wurde bekannt, dass die RBI ihr polnisches Tochterunternehmen bis auf die Fremdwährungskredite an BNP Paribas verkaufen wird. Der Abschluss des Transfers erfolgte im vierten Quartal 2018.[8]

Filiale der Raiffeisen Bank Aval in Iwano-Frankiwsk, Ukraine
Anzahl der Geschäftsstellen der RBI in Zentral- und Osteuropa (per Ende 2018)[2]
Land Bank Geschäftsstellen
Albanien Raiffeisen Bank 78
Bosnien und Herzegowina Raiffeisen Bank Bosna i Hercegovina 102
Bulgarien Raiffeisenbank (Bulgaria) 146
Kosovo Raiffeisen Bank Kosovo 48
Kroatien Raiffeisenbank Austria 78
Rumänien Raiffeisen Bank 422
Russland Raiffeisenbank 191
Serbien Raiffeisen banka 88
Slowakei 187
Tschechien Raiffeisenbank 136
Ukraine Raiffeisen Bank Aval 501
Ungarn Raiffeisen Bank 71
Weißrussland Priorbank 87

In Westeuropa betreibt die RBI eine Filiale in London und Repräsentanzen in Düsseldorf, Frankfurt, Paris und Stockholm. In Asien ist die RBI mit Filialen in Beijing (mit einer Repräsentanz in Zhuhai) und Singapur sowie Repräsentanzen in Ho Chi Minh City, Mumbai und Seoul vertreten.

Aktionärsstruktur

Grundkapital 893,59 Mio. Euro
Aktien 328,94 Mio. Stück[9]
Aktionäre Anteil
8 Raiffeisenlandesbanken 58,8 %
Streubesitz 41,2 %

Stand: März 2017

Beteiligungen der RBI (Auszug)

  • Raiffeisen Centrobank AG
  • Kathrein Privatbank Aktiengesellschaft
  • Raiffeisen Kapitalanlage Ges.m.b.H.
  • Raiffeisen-Leasing Gesellschaft m.b.H.
  • Raiffeisen Factor Bank AG
  • Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m.b.H.
  • Raiffeisen Wohnbaubank AG
  • Raiffeisen Informatik GmbH
  • Raiffeisen e-force GmbH
  • UNIQA Insurance Group AG
  • Valida Holding AG
  • Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG

Weblinks

Commons: Raiffeisen International Bank Holding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Abfrage für BLZ 31000. In: SEPA-Zahlungsverkehrs-Verzeichnis der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). (Neuladen des Browsers erforderlich.)
  2. a b RBI-Geschäftsbericht 2018 (PDF; 5,6 MB)
  3. RZB-Anteil sinkt nach RBI-Kapitalerhöhung auf 60,7 Prozent. In: DiePresse.com. 10. Februar 2014, abgerufen am 14. Februar 2014.
  4. HV beschließt Dividende von € 1,02 je Aktie – FMA bewilligt Rückzahlung des PS Kapitals. 4. Juni 2014, abgerufen am 26. Juni 2014.
  5. Raiffeisen Bank International AG: 09.02.2015 - RBI: Neues CET1-Ziel von 12 Prozent. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  6. Raiffeisen Bank International AG: 15.03.2017 - 2016: Raiffeisen Bank International erwirtschaftet Konzernergebnis von € 463 Millionen - Raiffeisen Bank International AG. In: Raiffeisen Bank International AG. (rbinternational.com [abgerufen am 5. Juli 2017]).
  7. Fusion von RZB und RBI "im Grundsatz" beschlossen im Standard vom 5. Oktober 2016, abgerufen am 6. Oktober 2016.
  8. RBI verkauft Polen-Geschäft an BNP Paribas. Abgerufen am 10. April 2018.
  9. RBI-Aktie. Website RBI, abgerufen am 22. Mai 2017.

Koordinaten: 48° 12′ 17,4″ N, 16° 23′ 1,9″ O