Die Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich markiert bis heute die letzte Teilnahme der österreichischen Nationalmannschaft an einer WM-Endrunde. Acht Jahre nach „Italia 90“ kehrte Österreich auf die große Bühne zurück und präsentierte sich als kampfstarke, disziplinierte Mannschaft – belohnte sich jedoch nicht mit dem Einzug in die K.-o.-Phase.
Zwei späte Ausgleichstreffer und ein weiteres Tor in der Nachspielzeit prägten dieses Turnier aus österreichischer Sicht nachhaltig.
Ausgangslage und Turnierkontext
Die WM 1998 war die erste mit 32 Teams und ein Meilenstein der modernen Fußballära. Gastgeber Frankreich gewann später den Titel.
Trainer war Herbert Prohaska, der Österreich seit 1993 betreute und erfolgreich zur Endrunde geführt hatte.
Zu den wichtigsten Spielern gehörten:
- Michael Konsel – Torhüter
- Anton Pfeffer – Abwehr
- Peter Schöttel – Defensive
- Andreas Herzog – Spielmacher
- Dietmar Kühbauer – Mittelfeld
- Toni Polster – Stürmer
- Ivica Vastić – Offensivspieler
👉 Wichtige Korrektur:
Spieler wie Zlatko Kranjčar oder Markus Schopp gehörten nicht zum WM-Kader 1998.
Gruppenphase – Gruppe B
Österreich traf auf:
- Italien
- Chile
- Kamerun
Eine ausgeglichene, aber anspruchsvolle Gruppe.
1. Spiel: Kamerun – Österreich 1:1 (11. Juni 1998)
Ein intensives Auftaktspiel.
Tor Kamerun:
- Pierre Njanka
Tor Österreich:
- Toni Polster
Polster erzielte den Ausgleich in der Nachspielzeit per Kopf. Österreich zeigte Moral und rettete einen Punkt.
2. Spiel: Chile – Österreich 1:1 (17. Juni 1998)
Ein weiteres dramatisches Spiel.
Tor Chile:
- Marcelo Salas
Tor Österreich:
- Ivica Vastić
Auch hier fiel der Ausgleich in der Nachspielzeit. Österreich bewies erneut Kampfgeist.
3. Spiel: Italien – Österreich 2:1 (23. Juni 1998)
Gegen den Favoriten Italien hielt Österreich lange mit.
Tore Italien:
- Christian Vieri
- Roberto Baggio
Tor Österreich:
- Andreas Herzog (Elfmeter)
Herzog traf in der Nachspielzeit zum Anschluss, doch es reichte nicht mehr zum Ausgleich.
Endstand der Gruppe
- Österreich: 2 Punkte
- Tore: 3:4
- Platz: 3
Österreich schied aus, verpasste das Achtelfinale nur knapp.
Das Muster dieses Turniers
Ein bemerkenswerter Aspekt:
👉 Alle drei österreichischen Tore fielen in der Nachspielzeit oder Schlussphase.
Das zeigt:
- enorme mentale Stärke
- hohe Moral
- aber auch strukturelle Probleme im Spielaufbau
Sportliche Einordnung
Österreich präsentierte sich:
- defensiv organisiert
- kämpferisch stark
- offensiv jedoch zu wenig konstant
Im Vergleich zu früheren Turnieren fehlte:
- die Effizienz im Abschluss
- die Kontrolle über Spiele
Taktische Analyse
Prohaska setzte auf:
- kompakte Defensive
- Umschaltspiel
- klare Rollenverteilung
Probleme zeigten sich:
- im kreativen Spiel nach vorne
- in der Chancenverwertung
- gegen technisch starke Gegner
Bedeutung für den österreichischen Fußball
Die WM 1998 war:
- ein respektabler Auftritt
- aber kein Durchbruch
Sie zeigte:
- Österreich kann mithalten
- aber nicht dominieren
Nachwirkungen
Dieses Turnier markiert einen Wendepunkt:
👉 Bis heute blieb es die letzte WM-Teilnahme Österreichs.
In den folgenden Jahren:
- verpasste Qualifikationen
- strukturelle Probleme
- wechselhafte Leistungen
Gleichzeitig blieb diese Generation prägend:
- Herzog als Spielmacher
- Polster als Torjäger
- Konsel als verlässlicher Rückhalt
Ein nostalgischer Blick – und ein offenes Kapitel
Wenn man auf 1998 zurückblickt, bleibt ein Gefühl von „fast geschafft“.
Zwei Spiele in letzter Minute gedreht.
Ein drittes beinahe noch.
Es fehlte nur ein kleiner Schritt.
Und genau das macht dieses Turnier so besonders:
Nicht der große Triumph.
Sondern die Nähe dazu.
Seitdem ist viel Zeit vergangen.
Doch die Erinnerung an diese späten Tore lebt weiter – als Symbol für das, was im österreichischen Fußball immer wieder möglich ist:
👉 Kampf bis zum Schluss
👉 Glaube an die letzte Chance
Mit Blick auf kommende Turniere – insbesondere die Weltmeisterschaft 2026 – stellt sich wieder dieselbe Frage:
Kann Österreich die Gruppenphase überstehen?
Die Geschichte von 1998 gibt darauf eine leise Antwort:
Es braucht nicht Perfektion.
Es braucht den Moment.
Und manchmal beginnt alles genau dort –
in der Nachspielzeit.




